Hauptgrund für die deutliche Besserstellung sind höhere Steuereinnahmen. Insgesamt lagen diese rund 784'000 Franken über den Erwartungen. Besonders ins Gewicht fallen die Grundstückgewinnsteuern sowie die Handänderungssteuern, die deutlich höhere Erträge (+ 764'000 Franken) brachten als angenommen. Beide Steuerarten sind unmittelbar vom Immobilienmarkt abhängig: Handänderungssteuern fallen bei Eigentumswechseln an, Grundstückgewinnsteuern nur bei erzielten Verkaufsgewinnen. Ein lebhafter Markt wirkt sich positiv auf die Gemeindefinanzen aus, ist jedoch weder beeinflussbar noch verlässlich vorhersehbar. Entsprechend unterliegen diese Einnahmen erheblichen Schwankungen. Im Weiteren trugen diverse Minderaufwendungen, unter anderem in den Bereichen Schule, Strassenunterhalt und Kultur, zum positiven Abschluss bei.

Mit Blick auf die Investitionstätigkeit zeigt sich, dass im Jahr 2025 ein Selbstfinanzierungsgrad von knapp über 100 Prozent erreicht wurde. Die getätigten Investitionen – bei einer erneut tiefen Investitionsquote von rund 10 Prozent – konnten damit knapp aus eigenen Mitteln finanziert werden. Dieses Resultat ist positiv, widerspiegelt jedoch lediglich ein einzelnes Jahr mit ausserordentlich hohen Einnahmen.

Der Gemeinderat beantragt, den gesamten Ertragsüberschuss der Ausgleichsreserve zuzuweisen. Diese erhöht sich damit auf rund 4.5 Mio. Franken. Die Ausgleichsreserve dient dazu, künftige Aufwandüberschüsse auszugleichen und den Finanzhaushalt zu stabilisieren.

Budget 2026

Das Budget 2026 sieht bei einem unveränderten Steuerfuss von 103 Prozent einen moderaten Aufwandüberschuss von 253'900 Franken vor. Auch gemäss Finanzplanung ist in den nächsten Jahren mit überschaubaren Defiziten zu rechnen. Zwar wurden die Erwartungen bei einzelnen Steuerarten aufgrund der positiven Vorjahresergebnisse erneut angepasst, doch bleiben insbesondere die Erträge aus Grundstückgewinn- und Handänderungssteuern stark vom Marktumfeld abhängig und mit Unsicherheiten verbunden.

Investitionen

In den kommenden Jahren stehen bedeutende Investitionen an, die aus Sicht des Gemeinderates für die langfristige Entwicklung von Amden zentral sind. Im Zusammenhang mit der geplanten Überbauung eines grösseren Areals im Arvenbüel mit touristischen Wohneinheiten wird eine zusätzliche Parkierungslösung geprüft. Ein zweites öffentliches Parkhaus im Arvenbüel könnte die Verkehrssituation entlasten und die Attraktivität sichern. Gleichzeitig ist die Gemeinde in Kaufverhandlungen für ein Grundstück, auf dem ein gemeinsamer Werkhof der Politischen Gemeinde und der Ortsgemeinde realisiert werden könnte. Eine solche Lösung würde Synergien schaffen, Betriebsabläufe optimieren und das Dorfzentrum entlasten.

Die grösste absehbare Investition betrifft die geplante Zentrumsüberbauung mit verschiedenen Nutzungen. Im Mittelpunkt steht ein Pflegezentrum mit zwei Pflegeabteilungen sowie betreute Alterswohnungen. Dieses Projekt stärkt das Angebot für ältere Menschen, ermöglicht altersgerechtes Wohnen im vertrauten Umfeld und trägt zu einer ausgewogenen Bevölkerungsstruktur bei. Gleichzeitig bietet die Überbauung Chancen für eine städtebauliche Aufwertung des Dorfkerns und gemeinsame Infrastrukturlösungen, etwa mit der Schule. Es ist angedacht, im Verlauf dieses Jahres den für die weitere Planung benötigte Kredit anlässlich einer separaten Bürgerversammlung der Bürgerschaft zu unterbreiten.

Steuerfuss

Die vorerwähnten Projekte sind wichtig für den Erhalt und den weiteren Ausbau der Wohn- und Lebensqualität in Amden. Mit ihrer Umsetzung steigen jedoch auch die Abschreibungen. Zudem wird für die Finanzierung ein Teil der Mittel am Kapitalmarkt aufgenommen werden müssen, was zu zusätzlichen Zinskosten führt. Vor diesem Hintergrund ist eine stabile Eigenfinanzierungskraft entscheidend. In den kommenden Jahren wird der Selbstfinanzierungsgrad voraussichtlich unter 100 Prozent zu liegen kommen. Eine Senkung des Steuerfusses würde die verfügbaren eigenen Mittel weiter reduzieren und den Anteil der Fremdfinanzierung erhöhen. Trotz des erfreulichen Rechnungsergebnisses 2025 beantragt der Gemeinderat deshalb, den Steuerfuss von 103 Prozent beizubehalten. Damit soll die finanzielle Stabilität in einer Phase erhöhter Investitionstätigkeit gesichert und die Handlungsfähigkeit der Gemeinde langfristig gewährleistet werden.

Die Bürgerversammlung, an welcher über die Jahresrechnung 2025 (inkl. Gewinnverwendung), den Steuerfuss und das Budget 2026 abgestimmt wird, findet am Montag, 30. März 2026, abends, im Gemeindesaal statt.